Myofunktionelle Störungen (MFS)

 

Bei einer Myofunktionellen Störung handelt es sich um eine Beeinträchtigung der Muskulatur im Mund-Gesichtsbereich. Hier liegt ein Spannungsungleichgewicht vor, so dass die Beweglichkeit und häufig auch die Sensibilität der Zunge, der Lippen und der Wangen beeinträchtigt sind. Dadurch kommt es zu einem fehlerhaften Schluckablauf, bei dem die Zunge von hinten gegen die Schneidezähne oder seitlich gegen die Backenzähne drückt.
Myofunktionelle Störungen können verschiedene Auswirkungen haben:

Zahnfehlstellung

Wir schlucken am Tag ca. 1000 mal. Normalerweise drückt die Zunge dabei nach oben gegen den Gaumen und gibt diesem so seine physiologische breite Form. Wenn nun aufgrund einer MFS die Zunge aber bei jedem Schlucken nach vorne gegen die Schneidezähne drückt, so kann dies zu einer Fehlstellung der Zähne führen. Die logopädische Behandlung erfolgt daher vielfach auf Veranlassung des Kieferorthopäden oder Zahnarztes.

Artikulationsstörungen

Bei einer MFS kommt es häufig zu einer Fehlbildung des Lautes /s/ (Lispeln/Sigmatismus), wobei die Zunge von hinten gegen die Schneidezähne stößt oder zwischen ihnen liegt. Auch der Laut /sch/ kann betroffen sein und beispielsweise ein schlürfendes Nebengeräusch haben (Schetismus).

Probleme bei der Nahrungsaufnahme

Durch das Bestehen eines Muskelungleichgewichts kann das Saugen, Kauen, Abbeißen und Schlucken erschwert sein.

Offener Mund

Wenn die Muskulatur im Mund-Gesichtsbereich zu schlaff ist, ist häufig ein ständig offen stehender Mund, teilweise in Kombination mit Speichelfluss und Mundatmung zu beobachten.